Letzte Änderung: 10. Juni 2016

Forschung

Interessensgebiete

 

 

 

Forschungsprojekte

 

 

Die Entwicklungszusammenarbeit verdeutlicht wie kaum ein anderes Feld die Probleme und normativen Herausforderungen globaler Kooperation. Stellt sie für manche ein solidarisch gebotenes Grundelement der Weltinnenpolitik dar – und erscheint sie anderen als hegemoniales Instrument des Nordens. Wie auch immer man sich zu ihr stellt, kaum zu bestreiten ist, dass die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) ein zentrales Feld globaler Politik ausmacht. Unbestritten ist, dass die EZ derzeit eine Zeitenwende durchläuft, die eine neuartige und zunehmend verrechtlichte Global Governance-Architektur der internationalen Zusammenarbeit hervorbringt.

An dieser Stelle setzen unsere Forschungen an. Sie fragen, ob und inwiefern rechtliche Regeln die Entwicklungszusammenarbeit anleiten - und wollen insofern auch zur Verrechtlichung eines zentralen Feldes globaler Politik und seiner Kontrolle beitragen. Untersuchungen betreffen das einschlägige Recht der Weltbank, der EU oder der Bundesrepublik.

 

Einschlägige Veröffentlichungen finden sie  hier.

 

Veranstaltungen:

Juni 2014   

10. Global Administrative Law Seminar ‘Law and Global Governance of Development’ in Viterbo

April 2013  

Professor Dann hat zusammen mit den Professoren Davis und Kingsbury von der NYU School of Law eine internationale Konferenz zu "Innovation in Governance of Development Finance" organisiert. Das Programm findet sich hier. Hintergrundinformationen finden sich hier. Den Konferenzbericht finden Sie hier.

 


 

Ein Vergleich zwischen Indien und der EU scheint auf den ersten Blick nicht gerade nahezuliegen – und doch teilen InderInnen und EuropäerInnen die Herausforderung, ein demokratisches Gemeinwesen in höchst diversen Gesellschaften zu organisieren. Während Europäer zuweilen an der Machbarkeit einer demokratischen Ordnung in einem vielsprachigen und multi-religiösen Umfeld und angesichts anhaltender und zunehmender gesellschaftlicher Diversität zweifeln, praktiziert Indien seit bald 60 Jahren eine immer wieder überraschend erfolgreiche Demokratie. Diese unterschiedlichen Erfahrungen angesichts vergleichbarer Herausforderungen miteinander ins Gespräch zu bringen, ist Gegenstand eines Forschungsprojektes im Rahmen des Indian European Advanced Research Networks (IEARN).

 

IEARN ist ein informelles Netzwerk aus indischen und europäischen Forschungsinstitutionen, das sich zum Ziel gesetzt hat, fachliche Kompetenz aus Wissenschaft und Praxis zusammenzubringen um sich in einer Reihe von Diskussionen, Workshops und anderen Veranstaltungen mit den Herausforderungen auseinanderzusetzen, vor denen die EU und Indien gleichermaßen stehen. Als Untergruppe des IEARN vergleicht die Sektion "Law, Politics and Constitutionalism" das Verhältnis zwischen Verfassungsrecht und demokratischer Politik in Indien und der EU. (Weitere Informationen unter: http://iearn.iea-nantes.fr/focus-areas/law--politics-and-constitutionalism/)

 

Unter dem Titel "Democracy in Diversity: Indian and European Perspectives" fanden bisher drei Workshop-Seminare statt, in Bangalore (2014), Berlin (2015) und Delhi (2016).  Ziel der Workshop-Serie ist nicht nur ein Buchprojekt, bei dem die Beiträge jeweils in europäisch-indischer Co-Autorenschaft entstehen sollen. Vielmehr will das Projekt darüber hinaus die Forschung zum europäisch-indischen Verfassungsvergleich anregen und auf lange Sicht angelegte Kooperationen zwischen europäischen und indischen Forschungsinstitutionen fördern. 

 

 

 

Die Dekolonialisierung nach dem Zweiten Weltkrieg war eine Phase fundamentaler Herausforderungen für das Völkerrecht. Die Staatenwelt wuchs von 51 bei Gründung der UN auf über 120 an, von denen gerade die Staaten des dekolonialisierten Südens das europäisch-westliche Erbe des Völkerrechts kritisch hinterfragten. Zugleich wurden grundlegende Verträge über das Völkerrecht (Vertragsrechtskonvention, Menschenrechtspakte) ausgehandelt, die Gegenstand intensiver Auseinandersetzung waren, die unter anderem in den Resolutionen über die Neue Weltwirtschaftsordnung kulminierten.

Im Rahmen eines internationalen Forschungsprojektes werden zeitgenössische Autoren und Theoretiker dieser Debatten, grundlegende Rechtsfiguren und Institutionen sowie insbesondere weltwirtschaftsrechtliche Fragen dieser Zeit thematisiert.

 

 

 

Indien ist seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1947 eine der großen rechtsstaatlichen Demokratien dieser Welt. Eine genauso autonome wie originelle Verfassung, ein selbstbewusster und innovationsfreudiger Supreme Court und ein höchst lebendiger demokratischer Prozess tragen zu einer facettenreichen  postkolonialen Verfassungsordnung bei, die in sich und im Vergleich lehrreich und faszinierend ist.

Zugleich verweist Indien auf die spezifischen Bedingungen und Entwicklungslinien verfassungsrechtlicher Ordnungen im Globalen Süden generell, die immer stärker in den globalen Diskurs über Verfassungsstaatlichkeit und Konstitutionalismus Eingang finden. Diesem widmen sich vor allem die Zeitschrift "Verfassung und Recht in Übersee" und der "Arbeitskreis für Überseeische Verfassungsvergleichung (AÜV)".

 

-       Dissertationsprojekte von Tanja Herklotz: "Womens' Rights Activism and the Supreme Court in India"

-       Dissertationsprojekt von Florian Matthey: “The Right to Education in the Indian Constitution”   

-       Dissertationsprojekt von Aurora Sanchez: "The role of international and comparative law in the Pakistani legal system"

-       VRÜ

-       Comparative Constitutional Law Academy

 

 

 

“The Exercise of International Public Authority” provides the focus for a number of projects analyzing the public authority exercised by international institutions. Our interest is carried by the observation that forms of international or global governance condition, supervene or substitute domestic processes and thus impact the possibilities of individual and collective self-determination. The projects aim at going beyond functionalist explanations of such authority as well as their justification by state consent. We understand international institutions as independent actors enjoying at times considerable discretion and political significance. This prompts the question of whether and how such authority may be framed by public law. If public law takes the role of constituting and constraining the exercises of public authority, we contend, it may be explored how international public law can be conceived and developed so as to respond to the challenges of an increasingly internationalized exercise of public authority. The research project on the exercise of international public authority shares this interest with similar projects such as those that come under the umbrella of Global Administrative Law or Global Constitutionalism.

Weitere Hinweise finden sich hier  http://www.mpil.de/de/pub/forschung/nach-rechtsgebieten/voelkerrecht/ipa.cfm